Gerhard Rose war der erste Bahnhofswirt. Als Besitz des Logierhauses Inselrose pachtete er 1920 die Bahnhofswirtschaft, die im Zuge von Deichbau und Bahnhofsneubau frisch errichtet wurde.

Durch die massive Zunahme des Fremdenverkehrs nach Weltkrieg und Inflation reichte das Bahnhofsgebäude, noch in Holzbauweise erstellt, bald nicht mehr aus. 1936 errichtet die Reederei Frisia ein neues Gebäude in Klinkerbauweise, so wie wir es heute noch kennen.

Schnell hatte die Gaststätte Ihren Spitznamen weg: Süderdün (wegen der südlichen Lage) oder auch Kompass (wegen der Rundbauweise an der Nordseite). An der Südseite zur Gleisanlage gab es eine offene, windgeschützte Veranda.

Von dort konnten die Gäste das geschehen bei der Ankunft und Abfahrt der Inselbahn beobachten und Anreisende begrüßen mit den Rufen „Oho wie blaas“ und „Hut ab“!

Nach dem Tode von Gerhard Rose 1942 führte seine Frau Katharina (Käthe) das Lokal alleine weiter, bis ihr Sohn Johannes (Hans) aus Krieg und Gefangenschaft zurückkehrte.

Johannes Rose betrieb die Gaststätte gemeinsam mit seiner Frau Else bis zu seinem Tod 1959.

Auch sie führte den Betrieb dann alleine weiter, bis der Sohn Gerhard (Gerd) 1973 dazu kam.

1987 wurden nach Hafenbau und Stilllegung der Inselbahn die Schalterhallen im Bahnhof geschlossen.

1990, nach 70 Jahren des Bestehens, übernahm Gerhard Rose mit seiner Frau Therese die im Winter zuvor neu umgestaltete Gaststätte, jetzt unter den Namen Kompass. Auf dem ehemaligen Bahnhofsvorplatz wurde eine Sonnenterrasse eröffnet, ein Teil des ehemaligen Bahnsteigs wurde zur Terrasse „Gleis 1“ und vor dem Rondell entstand die Nordterrasse.

Seit dem Tod von Gerhard Rose im Jahre 2002 führte seine Frau Therese den Betrieb. Wieder lenkt eine Frau die Geschicke der Gaststätte. Gemeinsam gaben Sie und Ihr Sohn Derk, der Nach einer Ausbildung zum Zweiradfeinmechaniker nach Juist zurück kam, dem Alten Bahnhof ein neues Gesicht. Im Winter 2003 wurde die Sonnenterrasse überdacht und im Mai auf den Namen „Gerd´s Garten“ getauft.

Seit dem Sommer 2006 ist auch die Tochter Frauke, nach Beendigung Ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrkauffrau im Kur- und Fremdenverkehr mit im Betrieb und verwöhnt uns und unsere Gäste mit selbst gebackenen Kuchen.

Im Frühjahr 2007 wurde die Südterrasse „Gleis 1“ umgestaltet. Hier kann man geschützt in der Sonne sitzen, die Deichdurchfahrt oder den Kinderspielplatz im Blick.

Ebenfalls im Jahr 2007 erhielten wir Verstärkung durch Kristina Kremer, damalige Lebensgefährtin und heutige Ehefrau Derk Roses.

Wir hoffen, Sie fühlen sich bei uns wohl!

Ihre Familie Rose und alle fleissigen Hände

Kleine Juister Verkehrs-Chronik

Seit jeher fuhr man mit Segelschiffen, ab 1888 mit dem Dampfer „Ostfriesland“, bis zur Reede vor Juist.

Dort wurde ausgebootet und man stieg um auf ein Anlegeschiff, von dort auf hochrädrige Pferdewagen, die bis ins Dorf fuhren.

1894 errichtete dir Reederei eine hölzerne Landungsbrücke im Watt und die Gäste wurden von dort abgeholt, aber bequem war das nicht und gelegentlich sollen Gepäckstücke oder ältere Damen ins Wasser gefallen sein.

1898 wurde eine Schienenbahn zwischen Landungsbrücke und Inselbahnhof erstellt, die zunächst mit Pferdestärken, im folgenden Jahr mit Motorkraft betrieben wurde.

1902 wurde bereits eine neue Lock nötig und der Raddampfer „Juist“ in Dienst gestellt. Mehrfach gab es Pläne für eine tideunabhängige Verbindung nach Juist, z. B. durch das Haaks Gat nach Emden oder durch einen Südkanal zur Fahrrinne Norddeich-Norderney, aber keiner konnte realisiert werden.

1912 wurde das Motorschiff „Johanna“ in Dienst gestellt, das während der Kriegsjahre in der Fischerei eingesetzt wurde. Mit dem Bau des südlichen Schutzdeiches wurde 1921 ein neues Bahnhofsgebäude notwendig. Mit der „Frisia II“ gab es ein neues Fahrgastschiff und mit der „Frisia V“ einen neues Frachtschiff.

1931 eröffnete die Reederei Frisia den Großgaragenbetrieb in Norddeich.

1936 errichtete man das Bahnhofsgebäude mit der Bahnhofswirtschaft in seiner heutigen Form. Auch der hölzerne Werkstattschuppen an der Billstraße (Schwarze Bude) wurde durch einen Backsteinneubau ersetzt. Der Name blieb bis heute.

Im Eiswinter 1947 wurden durch schweren Eisgang Gleisanlagen und Landungsbrücken zerstört, wie im 19. Jahrhundert musste wieder ausgebootet werden.

1949 konnte die Einweihung des neuen massiven Schiffsanlegers gefeiert werden.

1958 wurde das Gleis erneuert und der erste Silbergraue Triebwagen traf ein. Er bildete später, mit den entsprechenden Personenwagen, den „Fliegenden Silberpfeil“.

1969 nahm die FLN den Flugdienst zur Insel Juist auf. Das Flugzeug hat uns Juistern seither oft geholfen, z.B. bei Geburten oder Unfällen oder widrigen Wetterverhältnissen. Im Winter war die Fahrt mit der Inselbahn oft beschwerlich. Gelegentlich schwappte Nordseewasser in den Zug oder es lag Treibholz auf den Schienen; aber es war auch eine romantische Zeit.

1982 wurde der jetzige Hafen gebaut, der Silberpfeil fuhr das letzte Mal.

1987 schloss der Fahrkartenschalter der Reederei seine Pforten im Bahnhof und zog in das nun fertig gestellte Hafengebäude ein. Mit der OLB und dem Nationalparkhaus bekam unsere Gaststätte neue Nachbarn.