Kleine Juister Verkehrs-Chronik

Seit jeher fuhr man mit Segelschiffen, ab 1888 mit dem Dampfer „Ostfriesland“, bis zur Reede vor Juist.

Dort wurde ausgebootet und man stieg um auf ein Anlegeschiff, von dort auf hochrädrige Pferdewagen, die bis ins Dorf fuhren.

1894 errichtete dir Reederei eine hölzerne Landungsbrücke im Watt und die Gäste wurden von dort abgeholt, aber bequem war das nicht und gelegentlich sollen Gepäckstücke oder ältere Damen ins Wasser gefallen sein.

1898 wurde eine Schienenbahn zwischen Landungsbrücke und Inselbahnhof erstellt, die zunächst mit Pferdestärken, im folgenden Jahr mit Motorkraft betrieben wurde.

1902 wurde bereits eine neue Lock nötig und der Raddampfer „Juist“ in Dienst gestellt. Mehrfach gab es Pläne für eine tideunabhängige Verbindung nach Juist, z. B. durch das Haaks Gat nach Emden oder durch einen Südkanal zur Fahrrinne Norddeich-Norderney, aber keiner konnte realisiert werden.

1912 wurde das Motorschiff „Johanna“ in Dienst gestellt, das während der Kriegsjahre in der Fischerei eingesetzt wurde. Mit dem Bau des südlichen Schutzdeiches wurde 1921 ein neues Bahnhofsgebäude notwendig. Mit der „Frisia II“ gab es ein neues Fahrgastschiff und mit der „Frisia V“ einen neues Frachtschiff.

1931 eröffnete die Reederei Frisia den Großgaragenbetrieb in Norddeich.

1936 errichtete man das Bahnhofsgebäude mit der Bahnhofswirtschaft in seiner heutigen Form. Auch der hölzerne Werkstattschuppen an der Billstraße (Schwarze Bude) wurde durch einen Backsteinneubau ersetzt. Der Name blieb bis heute.

Im Eiswinter 1947 wurden durch schweren Eisgang Gleisanlagen und Landungsbrücken zerstört, wie im 19. Jahrhundert musste wieder ausgebootet werden.

1949 konnte die Einweihung des neuen massiven Schiffsanlegers gefeiert werden.

1958 wurde das Gleis erneuert und der erste Silbergraue Triebwagen traf ein. Er bildete später, mit den entsprechenden Personenwagen, den „Fliegenden Silberpfeil“.

1969 nahm die FLN den Flugdienst zur Insel Juist auf. Das Flugzeug hat uns Juistern seither oft geholfen, z.B. bei Geburten oder Unfällen oder widrigen Wetterverhältnissen. Im Winter war die Fahrt mit der Inselbahn oft beschwerlich. Gelegentlich schwappte Nordseewasser in den Zug oder es lag Treibholz auf den Schienen; aber es war auch eine romantische Zeit.

1982 wurde der jetzige Hafen gebaut, der Silberpfeil fuhr das letzte Mal.

1987 schloss der Fahrkartenschalter der Reederei seine Pforten im Bahnhof und zog in das nun fertig gestellte Hafengebäude ein. Mit der OLB und dem Nationalparkhaus bekam unsere Gaststätte neue Nachbarn.

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